Einsatz für die Rechte der Frauen

ADRA-Projekte auf dem Kirchentag: Einsatz für Rechte der Frauen

Voll besetzt war das Auditorium in Halle B4, als die aus Kenia stammende Gladis Obachi Burg auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag über das Leben der Mädchen und Frauen in ihrer Heimat sprach. Bilder aus der Ortschaft Kajiado unterstrichen die Authentizität ihrer Schilderungen. Sie zeigten Zwangsheirat, Verkauf und Beschneidung junger Mädchen.

 

Bühnenprogramm von ADRA Deutschland mit Musiker Marc Asamoah

Bühnenprogramm von ADRA Deutschland mit Musiker Marc Asamoah

Gladis Burg  präsentiert das Kajiado Mädcheninternat in Kenia

Gladis Burg präsentiert das Kajiado Mädcheninternat in Kenia

Frauen haben in Kenia wenig Rechte. Sie sind “Tausch- und Handelsware” und können den Besitz des Vaters erheblich steigern. Schlimm ist dabei vor allem, dass die Mädchen in immer jüngerem Alter zu hohen Preisen gehandelt werden. Das hat auch damit zu tun, dass sie sich so jung kaum wehren können.

Frauen haben Recht auf körperliche Unversehrtheit

Gerade junge Mädchen werden aber immer wieder Opfer der Gewalt. Schläge, Vergewaltigung und die Tradition der Beschneidung hinterlassen lebenslange Schmerzen und Narben - auch an der Psyche. In ihrer Not suchen die jungen Mädchen und Frauen Schutz und Zuflucht in dem Kajiado Mädcheninternat von ADRA.

Keine einfache Aufgabe für die Mitarbeiter der Schule, denn wütende Ehemänner, Familien oder Dorfgemeinschaften scheuen keine Gewalt, wenn es darum geht, einen jungen Menschen wieder zurückzuholen.

Frauen haben  Recht auf Bildung

Das Kajiado Mädcheninternat ist daher von Anfang an auch als Ausbildungsstätte konzipiert worden. Die Mädchen besuchen die Schule, lernen lesen, schreiben, rechnen – alles, was ihnen bislang vorenthalten wurde, weil man in ihren Dörfern davon ausging, dass sie diese Kenntnisse nicht benötigten. Das Internat bietet ihnen die besten Voraussetzungen, ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Um sie darüber hinaus für ihre berufliche Zukunft fit zu machen, hat ADRA Deutschland einen Computer-Schulungsraum eingerichtet. Der Ehrgeiz und die Lernwilligkeit der Schülerinnen ist kaum zu bremsen. Sie stecken sich hohe Ziele und wollen später möglichst ein Studium beginnen.

Frauen haben Recht auf Gleichbehandlung

Damit sie in ihrer Gesellschaft Plätze einnehmen können, die ihren Fähigkeiten, Persönlichkeiten und ihrer Ausbildung entsprechen, bedarf es vielerorts noch erheblicher Umdenkprozesse. Nur so können die Widerstände überwunden werden. Wie schwierig und langwierig solche Veränderungen von Traditionen und Einstellungen sind, ist laut Gladis Burg bei der Einführung und Anerkennung eines völlig neuen Rituals, das die Beschneidung ersetzen soll, deutlich geworden. Viel Aufklärungsarbeit und viele Gespräche mit den Meinungsführern in Dörfern und Familien seien notwendig gewesen, bis die ersten Mädchen auch als Nicht-Beschnittene gleichberechtigt in ihrer Gemeinschaft aufgenommen wurden.

Gladis Obachi Burg bat das Auditorium, sich für die Frauen und ihre Rechte einzusetzen und stellte sich den Fragen vieler Zuhörer in Nachgesprächen.

Wir sind auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel angekommen. Mit Ihrer Hilfe können wir noch mehr Frauen die Flucht vor Zwangsehe und Beschneidung ermöglichen.

www.enditnow.demadchenschule.jpgenditnow1.bmp

 

Der Kommentarbereich ist geschlossen.