Archive für 5.7.2010

Siebenten-Tags-Adventisten treten für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein

Die adventistische Generalkonferenz hatte im Oktober letzten Jahres die Aufklärungskampagne “enditnow – Sag Nein zur Gewalt gegen Frauen” gestartet. Sie erstreckt sich in Zusammenarbeit zwischen der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA und der Abteilung Frauen der weltweiten Kirche über mehr als 200 Länder.
Zum einen gehe es darum, jedes einzelne der weltweit 16,3 Millionen Mitglieder für diese Problematik zu sensibilisieren und zur Teilnahme an verschiedenen Aktionen zu ermutigen. Zum anderen werde das Ziel verfolgt, eine Million Unterschriften zu sammeln und der UNO vorzulegen, damit neue und effektive Schutzmaßnahmen für Frauen und Mädchen entwickelt würden. Informationen über die Aktion samt Ideen und Materialien zur Umsetzung der Kampagne, die auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt wird, sind im Internet unter www.enditnow.de zu finden.

Dokumentation:

Siebenten-Tags-Adventisten treten für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein

Als Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten treten wir dafür ein, dass die Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen beendet wird, und arbeiten mit anderen zur Erreichung dieses Zieles zusammen. Statistiken in aller Welt weisen darauf hin, dass in allen Gesellschaftsformen Frauen und Mädchen immer öfter Opfer von Gewalt sind.
Tätlichkeiten oder Drohungen, die körperliches, sexuelles oder psychisches Leid oder Schaden anrichten, sind unvereinbar mit der biblischen Ethik und der christlichen Moral. Zu solchen Taten gehören unter anderem Gewalt gegenüber Familienmitgliedern, Vergewaltigung, Genitalbeschneidung, Ehrenmorde und Morde um der Mitgift willen. Manipulation, Verweigerung der persönlichen Freiheit und Zwang sind ebenfalls Ausdruck von Missbrauch und Gewalt.
Siebenten-Tags-Adventisten sagen zu solchen Verhaltensweisen:
“Lasst uns jetzt damit Schluss machen”.

Siebenten-Tags-Adventisten glauben, dass durch die Schöpfung als Abbild Gottes jedem Menschen Würde und Wert verliehen ist. Das Ausmaß dieses Wertes kann im Opfertod Jesus Christi, durch den jeder ewiges Leben angeboten bekommt, ersehen werden. Die Liebe und Barmherzigkeit, welche das Leben Jesu auf dieser Erde kennzeichneten, sind für seine Nachfolger ein Vorbild ihrer Beziehungen zu anderen.
Ein christusähnliches Verhalten lässt keinen Raum für Gewalt gegenüber Familienmitgliedern oder Menschen außerhalb der Familie.

Die Bibel rät den Christen, den Körper als Tempel Gottes zu betrachten. Jemandem vorsätzlich Leid zuzufügen, entheiligt das, was Gott ehrt, und ist daher sündhaftes Verhalten. Die Siebenten-Tags-Adventisten verpflichten sich, den Kreislauf der Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu durchbrechen. Wir wollen uns für die Opfer und Überlebenden durch Aufklärung, Predigten, Bibelstudien und Hilfsprogramme einsetzen.

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten sucht und begrüßt bei diesem weltweiten Problem die Partnerschaft und Zusammenarbeit mit anderen. Die gemeinsame Stimme von vielen kann zehntausende Frauen und Mädchen vor Leid und Schaden von Missbrauch und Gewalt schützen.

(Diese Erklärung stützt sich auf folgende Bibelstellen: Johannes 3:16; 1. Mose 1:26; Jesaja 61:1-3; Epheser 5:2-3; 1. Johannes 3:10, 15-18; 4:11; 3. Johannes 1:2; 1. Korinther 3:16-17, 6:19; Römer
12:1-2.)

_Hinweis: Die Stellungnahme wurde von dem Exekutivausschuss der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten am 23. Juni 2010 beschlossen und von den Delegierten der 59.
Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Freikirche in Atlanta, Georgia/USA, zur Kenntnis genommen._ (APD)

http://www.eann.de/gewalt-gegen-frauen-und-maedchen-beenden/3834/

Stellungnahme zur Fürsorge und zum Schutz von Kindern

[Atlanta, Georgia/USA]   Der Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung
der Siebenten-Tags-Adventisten hat die “Stellungnahme zur Fürsorge und zum Schutz von Kindern” beschlossen und den in Atlanta, Georgia/USA, tagenden Delegierten der adventistischen Weltsynode zur Kenntnis vorgelegt. Darin heißt es, dass die Kirche ihre “langjährigen Bemühungen” zum Schutz von Kindern und Jugendlichen “vor jeglicher Art von Missbrauch und Gewalt sowie auch sexueller Ausbeutung durch bekannte und fremde Personen” verstärken wolle.
Dokumentation:

Stellungnahme zur Fürsorge und zum Schutz von Kindern

Im Wertesystem der Siebenten-Tags-Adventisten stehen Kinder ganz oben.
Im Licht der Bibel werden sie als wertvolles Geschenk Gottes betrachtet, das der Fürsorge der Eltern, der Familie, der Glaubensgemeinschaft und der Gesellschaft im Allgemeinen anvertraut wurde. Kinder haben ein enormes Potential, um einen lebensbejahenden Beitrag in der Kirchengemeinde und in der Gesellschaft zu leisten.
Besondere Aufmerksamkeit sollte darum auf ihre Behandlung, ihren Schutz und ihre Entwicklung gelegt werden.

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten bekräftigt aufs Neue und verstärkt ihre langjährigen Bemühungen in der Fürsorge und dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor jeglicher Art von Missbrauch und Gewalt sowie auch sexueller Ausbeutung durch bekannte und fremde Personen. Jesus hat deutlich gemacht, wie Kinder von den Erwachsenen, denen sie anvertraut wurden, respektiert, umsorgt und geschützt werden sollten. Einige seiner härtesten Worte waren gegen jene gerichtet, welche ihnen Schaden zufügen wollten. Wegen der Vertrauensseligkeit und der Abhängigkeit von Kindern gegenüber älteren und klügeren Erwachsenen, und den Leben verändernden Konsequenzen, wenn dieses Vertrauen missbraucht wird, benötigen Kinder aufmerksamen Schutz.

Erziehungsmaßnahmen im Hinblick auf die Erlösung des Menschen durch Gott

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten möchte als eine ihrer Prioritäten die Eltern darin unterstützen, die notwendigen Fähigkeiten für “erlösungsorientierte” Erziehungsmaßnahmen zu entwickeln. Viele Kinder erleben harte Bestrafungen im Namen einer sogenannten bibeltreuen Zucht und Ordnung. Eine strenge, strafende und diktatorische Erziehung führt oft zu Verbitterung und Auflehnung. Eine solch harte Disziplin ist auch mit einem erhöhten Risiko von körperlichen und psychischen Schäden für das Kind verbunden, sowie mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, dass die Jugendlichen selbst Zwang und Gewalt in der Konfliktbewältigung mit anderen anwenden werden. Im Gegensatz dazu bestätigen Beispiele aus der Bibel sowie ein weites Spektrum wissenschaftlicher Untersuchungen die Wirksamkeit sanfterer Disziplinierungsmaßnahmen, bei denen die Kinder durch Nachdenken und den Folgen ihrer Entscheidungen lernen.
Es wurde nachgewiesen, dass diese “milderen” Maßnahmen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Kinder lebensbejahende Entscheidungen treffen und die Werte ihrer Eltern mit zunehmender Reife übernehmen.

Die Kirchengemeinde: ein sicherer Ort für Kinder

Die Kirche nimmt ihre Verantwortung zur Verminderung des Risikos von Kindesmissbrauch und -misshandlung im Umfeld ihrer Gemeinden ernst.
Zuallererst müssen Kirchenleiter und Gemeindemitglieder selbst nach einem strengen ethischen Verhaltenskodex leben, welcher jegliches Auftreten des Übels der Ausbeutung von Minderjährigen zur Befriedigung von Erwachsenen unmöglich macht. Weitere praktische Maßnahmen im Sinne einer sicheren Gemeinde für Kinder beinhalten auch die Sicherheit innerhalb des Kirchengebäudes und dessen Umgebung sowie eine sorgfältige Beaufsichtigung und Überwachung der Kinder und deren Umfeld während aller Gemeindeaktivitäten. Ebenso wichtig ist auch die Aufklärung über angebrachtes und unangebrachtes Verhalten zwischen Kindern und Erwachsenen, über die Warnsignale von Missbrauch und Gewalt und über das konkrete Vorgehen im Falle von nachweislichem oder vermutetem Missbrauch. Pastoren und Gemeindeleiter spielen als Ansprechpartner eine wichtige Rolle in der Prävention und in der entsprechenden Reaktion auf die Bedürfnisse von Kindern, deren Sicherheit gefährdet sein könnte. Sie müssen regelmäßig auf ihre moralische und gesetzliche Verantwortung hingewiesen werden, Kindesmissbrauch den zuständigen Behörden zu melden. Der Einsatz von ausgebildeten Fachkräften und genaue Verhaltensregeln auf allen Ebenen der Kirchenorganisation werden zu einem richtigen Vorgehen bei einem Kindesmissbrauch, der im Kirchenumfeld bekannt wurde, beitragen.

Wegen der Komplexität der Problematik von Kindesmissbrauch und -gewalt sind beim Eingreifen und Umgang mit dem Täter Fachkenntnisse nötig, die über die normale Seelsorge innerhalb einer Ortsgemeinde hinausgehen. Dennoch ist höchste Vorsicht geboten, wenn ein Täter in der Gemeinde bekannt ist. Obwohl Täter für ihr Verhalten die volle Verantwortung tragen müssen, ist es notwendig, bei Personen mit bekannten unangebrachten Verhaltensweisen sicherzustellen, dass sie eine angemessene Distanz halten und während der Gemeindeaktivitäten keinen Kontakt zu Kindern haben. Andere Möglichkeiten für Täter in einem Rahmen zu schaffen, der das geistliche Wachstum fördert, wo aber keine Kinder anwesend sind, tragen viel zur Sicherheit der Kinder bei.

Förderung der psychischen und geistlichen Heilung

Kinder, die selbst zu Opfern wurden oder bestürzende Geschehnisse erlebt haben, müssen von den Erwachsenen mit Feingefühl und Verständnis behandelt werden. Geeignete Unterstützung, die den Kindern und den Familien ermöglicht, Stabilität inmitten der Unruhe zu bewahren, hilft den Kindern und den Familien und begünstigt den Heilungsprozess der Opfer. Das Engagement der Kirche, das Schweigen, welches oft bei Kindesmissbrauch und -gewalt herrscht, zu durchbrechen, ihre Bemühungen um Fürsprache und Gerechtigkeit für alle Opfer und ein bewusstes Vorgehen, um Kinder vor allen Formen von Missbrauch und Gewalt zu schützen, wird viel zur psychischen und geistlichen Heilung aller Betroffenen beitragen. Die Kirche betrachtet die Fürsorge und den Schutz von Kindern als eine heilige Aufgabe.

_(Diese Erklärung stützt sich auf Grundsätze, die in den folgenden Bibeltexten zum Ausdruck gebracht werden : 3. Mose 18:6; 2. Samuel 13:1-11; 1. Könige 17:17-23; Psalm 9: 9, 12, 16-18; 11:5-7; 22:24; 34:18; 127:3-5; 128:3-4; Sprüche 31:8-9; Jesaja 1:16-17; Jeremia 22:3; Matthäus 18:1-6; 21:9, 15-16; Markus 9:37; 10:13-16; Epheser 6:4; Kolosser 3:21; 1. Timotheus 5:8; Hebräer 13:3.)_

Hinweis: Die Stellungnahme wurde von dem Exekutivausschuss der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten am 23. Juni 2010 beschlossen und von den Delegierten der 59.
Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Freikirche in Atlanta, Georgia/USA, zur Kenntnis genommen. (APD)

http://www.eann.de/fuersorge-und-schutz-von-kindern-eine-heilige-aufgabe/3851/

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