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Krankenhaus Waldfriede dankt Café Creativ in Lübeck

Ich möchte Euch liebe Gemeinde Lübeck beziehungsweise dem Team des Cafés Creativ herzlich für die Unterstützung der letzten Jahre danken. Seit drei Jahren werde ich in außerordentlicher Art und Weise von Euch bedacht. Das zieht Kreise. Menschen werden auf Adventisten aufmerksam und sehen das Engagement in die Gesellschaft hinein. Doch was wichtiger ist, Familien, Mütter und Väter finden durch die Arbeit für die Stillen Kinder Trost.

Für mich wird das Wort aus Matthäus 26, 34ff besonders lebendig. 34 „Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! 35 Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. 36 Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. [Ihr kleidet die Stillen Kinder und die Träger eines künstlichen Darmausgangs]. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht [Ihr besucht die Trauernden und Kranken auf besondere Weise].“

In Eurer bescheidenen Art werdet Ihr davon sprechen, dass es selbstverständlich sei und diese Arbeiten so zu betonen, nicht nötig sei.

Stopp!

Es ist nötig, denn ohne Eure Hilfe sähe ich keine glücklichen Stomaträger, sähe keine Eltern, die sich getröstet fühlen! Dafür habt Dank!

Vor vier Jahren mussten wir im Krankenhaus Waldfriede sehr kurzfristig ein Konzept erarbeiten, wie wir mit totgeborenen Kindern umgehen sollten. In Deutschland ist ein Krankenhaus, in dem ein Kind tot geboren wird, für diese Kinder, die nie eine Chance hatten zu leben, verantwortlich. Jede Frau, die schon einmal ein Kind auch in einer frühen Schwangerschaftswoche verlor, weiß, wie schmerzhaft diese Momente sind, in denen das Leben stehen zu bleiben scheint. Es ist das Brutalste, was einer Mutter widerfahren kann. In diesen traurigen Momenten ist Seelsorge ganz wichtig. Dieses Angebot wird von Menschen aller Religionen und Konfessionen angenommen. Ich beerdige Kinder aus atheistischen Familien und quer durch die christlichen Konfessionen. Es sind aber auch Muslime dabei und sie wünschen eine Beerdigung, in der ihr Kind unversehrt bestattet wird. Wir begleiten die Familien, wenn sie noch einmal im Krankenhaus Abschied nehmen wollen und wir bieten Ihnen einen Raum der Trauer, wenn wir Bestattungen mit mehreren Kindern anbieten. Jedes Kind wurde bisher von uns individuell bestattet, kam in ein eigenes Schächtelchen und wurde dort in ein Sternenbettchen eingehüllt, dass Ihr, liebes Café Creativ, für uns anfertigtet. Zu jedem Sternenbettchen gehört ein kleines Herz, das aus demselben Stoff besteht wie das Bettchen.

Am Ende jeder Trauerfeier verlese ich die Namen der Kinder, so sie einen haben, und den Namen der Mutter. Eine Hebamme überreicht der Mutter dann das Herz, das aus demselben Stoff wie das Bettchen, in dem das Kind gebettet ist, besteht, dazu gibt es eine nichtangezündete Kerze für das nichtgelebte Leben des Kindes zur Erinnerung an diesen Moment.

Es ist ein unglaublich bedeutungsvolles Symbol. Eltern heben diese Herzen auf und wissen sich mit ihren Kindern emotional verbunden. Sie berichten mir, wenn ich sie später treffe, wie hilfreich ihnen das Herz ist und das Wissen, dass ihre Kinder liebevoll in ein Bettchen gelegt wurden, das von Euch angefertigt wurde. Ihr leistet einen ganz großen Dienst, der Familien in ihrer Trauerarbeit hilft.

Bitte hört nicht auf damit. Ich brauche Eure Unterstützung und nicht selten sagen Mitarbeiter lobend und wertschätzend, das komme aus der Adventgemeinde Lübeck.

Die andere große und segensreiche Hilfe aus dem Café Creativ sind Taschen, die Patienten mit künstlichem Darmausgang bekommen und über einen durchsichtigen sogenannten Stomabeutel streifen können. Menschen, die sich mit ihrem Stoma bisher noch nicht anfreunden konnten, sehen statt eines ungewöhnlichen und für viele abstoßenden Anblicks nun eine bunte Textiltasche für ihr Stoma und trauen sich damit auch wieder ins Leben. Es ist wohltuend in lächelnde Gesichter zu sehen, die ihren Zustand besser annehmen können.

Für Eure unkonventionelle und flexible Zusammenarbeit kann ich nur Danke sagen!

Ihr macht eine besondere Missionsarbeit! Dies sind die Dienste, die Jesus in seiner Predigt erwähnt. Mission heißt nicht nur große Reden zu halten oder neue Endzeitberechnungen ins Internet zu stellen und zu verbreiten, sondern Menschen zu lieben, ihnen nahe zu sein, zu helfen und sie zu unterstützen, wenn es nicht mehr geht. Da sind die Eltern, die die kleinen von Euch genähten Herzen nicht mehr loslassen, da ist der am Darm operierte, der beim Anblick auf seinen Bauch mit dem bunten Farbtupfen lächelt und Mut gefunden hat mit seiner Situation umzugehen und sich ins Leben zurückzukämpfen. Das ist Mission im Geiste Christi, die nachhaltig und nahe am Menschen dran ist. Mission ist Menschen zu zeigen, dass sie im Namen Gottes nicht allein gelassen sind, so dass sie besonderen Trost finden und motiviert werden zu leben. Dafür sage ich dem Team um Sandra Groß ganz herzlichen Dank auch im Namen des Krankenhauses Waldfriede, im Namen der Eltern, die ihre Kinder verloren, im Namen der Menschen, die sich mit ihrer neuen Lebenssituation anfreunden können.

Herzlichen Dank und Gott segne Eure Arbeit, Euer Gerhard Menn

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Fotos: Café Creativ Lübeck
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